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Nachrichten update vom 14. Januar '05

Drei Busse, einige Motorräder und Taxis verließen das Auroville Tsunami Hilfs- Center in Richtung Pillaichavadi, ein Fischerdorf, dass ca. 10 Kilometer Auroville entfernt liegt. Dort hat die Tsunami mit voller Kraft eingeschlagen, die Zahl der Toten beträgt 10 Menschen und die zerstörten Haeuser und Hütten sind zahlreich. Ungefähr 50 Aurovilianer und Gäste von Auroville zerschlagen Zement und Teile von Ziegelwänden in kleinere Stücke, damit sie weggeschafft werden können. Ein Bulldozer wäre gut, aber diese Maschinen werden anderswo gebraucht. In anderen Dörfern sind die Bewohner zuerst überrascht und gucken nur zu. Einige sind immer noch traumatisiert von der verheerenden Kraft der Killerwellen. Aber der Enthusiasmus der Freiwilligen ist ansteckend, und bald arbeiten Dorfbewohner und Hilfsarbeiter Seite an Seite.

Inmitten der Arbeiter sind zwölf Freiwillige der Lions Clubs in Mumbai und Chennai. „Wir sind angeheuerte Buchhalter und Geschäftsmänner und einer von uns arbeitet in einem Atomkraftwerk“, sagt Narendra Mangal, selbst ein Buchhalter. Für diesen freiwilligen Service nahm er sich eine Woche frei. Er schwitzt, weil er körperliche Arbeit wie Schutt beiseite schaffen nicht gewöhnt ist, aber es kommen keine Klagen über seine Lippen. Im Gegenteil, er lächelt, da diese Arbeit für einen guten Zweck ist. „Wir sind hier, um unseren Brüdern und Schwestern von der Küste zu helfen“, ist die Meinung von Mr Mangal. „Wir helfen mit dieser ersten Hilfsarbeit und Rehabilitation, aber wir wollen dies in der Zukunft auf Wiederaufbau ausweiten.“ Die Lions brachten einen Lastwagen voll mit Werkzeug, Reis, Linsen, Gewürzen, Medizin und Kleidung, die sie unter den Fischern verteilten.

„Wir sind in 19 Dörfern an der Coromandel Küste aktiv. Die eine Hälfte der betroffenen Menschen leben im Staat Tamil Nadu, die andere im Pondicherry Union Territorium. Ca. 2000 Familien haben ihre Häuser verloren, 67 Menschen ihr Leben”, erklärt David Storey, einer der Koordinatoren des Auroville Hilfs-Centers “Der Hauptteil unserer Arbeit ist immer noch das Wegräumen des Schuttes und die Verteilung von Reis und Linsen, aber wir müssen bald mit einer Strategie für den Wiederaufbau kommen. Die Priorität für den Kollektor ist es, sowohl behelfsmäßige als auch dauerhafte Häuser zu errichten und hierbei hat er uns auch um Hilfe gebeten. Die eine Möglichkeit ist, die Wiederaufbauaktivitäten durch Auroville Village Action zu kanalisieren, aber es gibt Problemen mit Geld und Manpower.“ Es braucht Langzeitverpflichtung von den Menschen, die in diesem neuen Projekt involviert sind. Die Hilfe könnte Unterkunft, Boote und Netze beinhalten, aber auch Training in Marketing, so viel wie möglich innerhalb der Grenzen eines Hilfs- und Rehabilitations- Projektes. Unsere wird eine auf die Bedürfnisse abgestimmte Methode sein. „Wir wissen, dass die Regierung von Tamil Nadu bereit ist, für die Hälfte der Häuser zu bezahlen. Sie ersuchen die NGOs, die andere Hälfte zu tragen.“

Gibt es NGOs, die in Tamil Nadu arbeiten?
David bestätigt dies: “Wir sind in Kontakt mit dem British Save the Children Fund and Concern aus Irland. Sie sind sehr daran interessiert, an den Projekten hier teilzunehmen. Sie brauchen einen Partner vor Ort und ich glaube, wir können ihren Vorstellungen entsprechen. Ein anderer NGO, der in dieser Gegend hilft, ist die Lutheran World Foundation . Zurzeit stellen sie Nahrung wie Reis, Linsen und Öl zur Verfügung sowie ausgesuchte non-food Artikel.

Mit welchen Problemen hat das Team zu kämpfen? “In Tamil Nadu sind die Dorfbewohner nicht sehr versessen darauf, aufzuräumen, bevor die Regierungseinschätzung stattgefunden hat. Das heißt , du willst helfen , kannst aber nicht . Die Pondicherry Regierung andererseits war in der Position, schneller zu handeln und stellte Rs 8,000 pro Familie für behelfsmäßige Behausung zur Verfügung. Ein anderes aufgetretenes Problem ist das Gesetz, dass den Bau von Häusern näher als 500 Meter an der Flutmarke verbietet. Das ist ein großes Problem für die Fischer, weil sie ihre Boote nicht unbeaufsichtigt am Strand zurück lassen wollen. Dies kann in dieser Gegend zu Spannungen führen.“

 

Robert Hessing for Auroville Tsunami Relief Centre