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Krisen Pressemitteilung
2. Januar 2005

EIN UPDATE DER AUROVILLE TSUNAMI HILFSBEMUEHUNGEN

Nach den ersten Hilfsmassnahmen - Camps, Beköstigung der Menschen, Verteilung von Kleidung - auf die furchtbare Tsunami Welle am 26. Dezember 2004 wurde realisiert dass wir ein Team erstellen müssen, das sich mit längerfristiger Hilfe beschäftigt. Mit dem Notwendigsten versehen kehrten die Menschen am 1. Januar in ihre Doerfer zurueck, die Camps wurden abgebaut und die zweite Phase der Arbeit begann.

Unser Tsunami Nervenzentrum ist nun in voller Funktion: Computer laufen, E-Mail empfangen und beantwortet, Telefone stehen nicht still und es gibt einen unaufhörlichen Fluss von Freiwilligen, die alle ihre zugewiesenen Aufgaben kennen. In einer Ecke erstellen die Freiwilligen, die in den Dörfer waren, Listen über wer was braucht, in einer anderen sitzt eine Frau am Computer, die alle ankommenden Telefonanrufe und Emails beantwortet – meisten voll von Hilfsangeboten und Spenden. Um den runden Tisch drängen sich Gruppen, um Pläne zu machen für lokale Aktionen und regionale, nationale und internationale Kooperationen. Dieses Beben, dessen Killerwelle so viele Küsten erreichte, vereint immer noch die Menschen. Altverstrittene Gruppen kooperieren, um vor Ort zu bergen, und im weltweiten Cyberspace sind die Wellen voll von Kommunikation und Kooperation.

Es gibt jeden Tag zwei Instruktionen mit den Koordinatoren, eins am Morgen und eins am Abend. Aufgaben werden überprüft, Vorschläge werden gemacht und Pläne ausgehangen.

Wir haben drei Feldteams: eins für die 5 Dörfer im Norden, eins für die 5 Dörfer im Süden und ein anderes für die Auroville Strandkommunen. Sie besuchen jedes Dorf, treffen sich mit den Führern, und stellen die Bedürfnisse fest, finden heraus welche Hilfe bereits von der Regierung und anderen Agenturen geleistet wurde und versuchen, die Lücken zu schließen. Wir versuchen, Beziehungen die über die Krise hinausgehen, aufzubauen, sowohl mit den Dorfbevoelkerung als auch mit der Regierung. Wir erhalten eine Menge Dankbarkeit von Ihnen und Lob von den Regierungsangestellten – unsere Reaktion war eine der schnellsten und effektivsten.

Eine der Haupthilfsmassnahmen ist im Moment das AUFRAEUMEN der betroffenen Dörfer. Jeden Morgen um 9:00 Uhr startet ein Bus von Aurelec und verteilt auf verschiedene Dörfer Helfer zum Aufräumen der Trümmer und der zusammengebrochenen Trümmer. Wie Alok, einer der Koordinatoren des Aufräumungsteams sagt: “Es gibt ein wichtiges psychologisches Element beim Aufräumen. Was normalerweise passiert in den betroffenen Dörfern, ist das einige Politiker oder einige NGOs kommen, Essen, Decken und manchmal sogar Bargeld verteilen, und dann nach einem Photo wieder verschwinden und die Bewohner sichtlich verwirrt zurücklassen. Wir kommen, bleiben, arbeiten und interagieren mit ihnen, wir fragen sie, welchen Teil vom Dorf wir aufräumen sollen und schließlich beteiligen sie sich und wir arbeiten alles zusammen, was eine Bindung herstellt, die den nächsten und übernächsten Tag ertragen lässt.“

Die Auroville Teams begannen mit der Säuberung der Dorfstrassen und räumten den Schutt der zerstörten Häuser weg. Nun kommen wir langsam in die Höfe der Häuser, um schließlich das Innere er Häuser zu reinigen. Was die Freiwilligen im Moment brauchen sind Handschuhe, Rechen, Spaten, Planen und verschiedene Geräte (oder besser die Fonds um diese Dinge vor Ort zu kaufen). Schließlich werden täglich einige dieser Dinge zurückgelassen, damit die Dörfler individuell in ihren Häusern aufräumen können. „Und Essen“ lacht Alok, „weil wir nach mehreren Stunden Arbeit in der Sonne am verhungern sind.“ Heute, am 2. Januar haben ca. 100 Freiwillige – Aurovilianer, besuchende Studenten aus den USA und Deutschland als auch Gäste das Dorf Ganagachettikullam, nahe Eternity, eins der am meisten betroffensten, aufgeräumt. „Es bleibt dort immer noch viel Arbeit übrig“ betont Alok. „Wir schaetzen, dass es noch weitere drei Wochen braucht, alle Dörfer unter unserem Hilfeplan aufzuräumen.“

Gleichzeitig läuft eine grosse Verteilungsmassnahme. Der gute Wille, den diese Gelegenheit bietet, ist ansteckend. Als wir in Pondicherry in einem Schreibwarengeschäft Notizhefte für die Schulkinder kaufen wollten, schenkte uns Frau Singaram 1250 Hefte, statt sie zu berechnen. Ein lokaler Lehrer kaufte Hefte für alle Kinder in seiner und benachbarten Schulen. Die Frauen in den inländischen Dörfern füllten drei Jeeps voll mit Kleidung für die Menschen, die alles verloren haben. Wir kaufen außerdem eine Menge Volleybälle und Fußbälle, weil eins der Probleme zu diesem Zeitpunkt die Mattigkeit der Leute ist, die alles verloren haben und sich hilflos fühlen vor der Aufgabe, ganz von vorne anzufangen.

Der nächste Schritt nach Aufräumungs- und Verteilungshauptsachen ist natürlich der Wiederaufbau der Häuser und den Fischern zu helfen, einige Boote und Netze zu kaufen, so dass sie wieder damit beginnen können, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Aber das wird noch einige Zeit dauern.

Die Organisation, speziell die finanzielle Transparenz, die für eine große Operation wie diese benötigt wird, steht bereits und wird perfektioniert. Einige unserer ältesten finanziellen Köpfe sind da, die die jungen Führer beraten, um eine neue Organisation aufzubauen, so wie wir vor 30 Jahren! Dies ist das größte Geschenk dieser Krise, dass sie uns alle zusammenbringt, Dörfler und Aurovilianer, alt und jung, in allen Variationen, mit der Chance uns energetisch einzubringen, etwas Gutes zu tun.

Außerdem haben wir einen Bericht des Auroville Strandkommunen Hilfsteams, welches aus zwei Gruppen Aurovilianern besteht, die auf verschiedenen Ebenen arbeiten. Simone und Marc besuchen die Strandkommunen und treffen sich mit den Aurovilianer, die dort leben. Sie hören ihnen zu, notieren ihre akuten Bedürfnisse und schlagen ihnen Counselling vor. Francis, Dhanapal, Rolf, Bunty und Ashatit sind im Prozess, die materiellen Schäden zu veranschlagen und arbeiten Lösungen aus. Die Untersuchung der Kommunen, die von dem Tsunami getroffen wurden, hat bereits begonnen und wird in den nächsten Tagen abgeschlossen sein. Es wurde beschlossen, als erstes das Land und das Eigentum von Auroville zu sichern, mit Hilfe von temporären Zäunen und dem Wiederaufbau der Wassersysteme wo nötig. Sicherheitsprobleme wurden aus Eternity gemeldet und zwei Wächter werden angeheuert, um in der Nacht Patrouille zu gehen. „Die Unterstützung der Strandkommunen“ sagt Ashatit, ein Teamkoordinator, „ist ein Prozess, der Zeit in Anspruch nimmt und mit den vorhandenen Fonds verbunden ist. Es muss klar sein, dass nicht alle Bedürfnisse, sogar entscheidende, immer vor Ort befriedigt werden können, was auf die Limitation der zur Verfügung stehenden Ressourcen zurueckzufuehren ist.“

Wir danken allen Unterstützern und Spendern, hier in Indien und in der ganzen Welt, für ihre Anstrengungen

Das AV Tsunami Team