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Tsunami crisis management office

 

 


Inside the office

Krisen pressemitteilung
30. Dezember '04

Die Auroville Tsunami Wiederaufbauleistung

Die erste Tsunami Welle traf Pondichery und die Küste Tamil Nadus am 26. Dezember 2004 um 8:00 Uhr. Siebentausend Personen starben auf der Stelle.
Bereits ab 9:30 Uhr trat ein Team aus Auroville in Aktion. Auroville, in der Nähe von Pondicherry gelegen , ist eine internationale Stadt gegründet von der „Mutter“ und Sri Aurobindo.
Eine erste Krisensitzung wurde im Haus von zwei Aurovilianern einberufen und es wurde sofort beschlossen, für die von den Flutwellen Betroffenen ein Camp zu errichten.
Um 12:00 Uhr waren auf einem Feld in der Nähe einer Auroville Kommune acht Zelte und sieben Shamianas (Sonnensegel) aufgebaut, gespendet von aurovilianischen Kindern (die diese Segel für ihre jährlichen Sommercamps nutzen).
Zwei tragbare 5000 Liter Tanks, zwei Generatoren, eine Feldküche mit vier Kochherden, acht Frauen und vier Köche waren sofort im Einsatz.
Drei Lastwagen aus Auroville, zwei Traktoren und zwei Busse wurden ebenfalls abgestellt, um die Flüchtlinge abzuholen.
Das Camp war mit mehr als sechzig Tamilischen Jugendlichen aus den Dörfern innerhalb Aurovilles und mit vielen Aurovilianern aus allen Teilen der Welt bemannt. Bis 14:00 Uhr waren 750 Personen beköstigt und 350 Essenspakete verteilt.
Den ganzen Nachmittag kamen Flüchtlinge angeströmt und weitere 1200 Personen wurden am Abend mit Nahrung versorgt.
Da die Nacht kalt und windig war, wurden Decken ausgegeben.
Am zweiten Tag wurden alle in die von Auroville geleitete Kuilapalayam Trust Schule verlegt, da es zu regnen drohte.
Dort wurden die Flüchtlinge auf acht Gebäude und zwei Zelte verteilt. Für 1400 Personen wurde Essen zubereitet und 500 Essenspakete sowie Kleidung und Decken wurden ausgegeben.

Das Ausmaß der Katastrophe wurde langsam klar.
Eine schnelle Begutachtung der Dörfer und der Auroville Kommunen, die am Strand liegen, wurde erstellt.
In Ganagachettikullam, ein Fischerdorf an der äußersten Grenze des Staates Pondicherry, traf das Auroville Team auf völlige Zerstörung: die Lehmhütten, die dem Strand am nächsten standen, waren entweder völlig zerstört oder sogar weggeschwemmt.
Zerbrochene Möbel lagen am Rande der Strasse, Fernsehgeräte ohne jede Hoffnung auf Reparatur waren trotzdem in die Sonne zum Trocknen gelegt worden, Teile von Reetdächern blockierten die Strasse, elektrische Leitungen waren heruntergefallen. Sogar die Stufen, die zu einem alten Steintempel führen, fielen entzwei.
Drei Tage nach der Katastrophe waren die Frauen immer noch am Klagen vor so viel Elend, einige sogar mit Schaum vor dem Mund.
Am Strand traf das Team auf Ranjani, ein hübsches , achtzehnjähriges Mädchen.
An diesem schicksalhaften Morgen waren ihre Eltern zum Markt gegangen , um den früh morgens gefangenen Fisch zu verkaufen. Sie war allein mit ihrer kleinen 3 jährigen Schwester Anusaya.
Sie kochte das Frühstück, als plötzlich ihre Schwester zu ihr gerannt kam und an ihrem Hemd hing.
Ranjani blickte auf und sah eine riesige Welle sich dem Haus entgegen schieben.
“Ich kletterte auf einen Stuhl und als das Wasser bis zu meinen Schultern reichte, klammerte ich mich mit einer Hand an einen Dachsparren, während ich mit der anderen meine kleine, schreiende Schwester festhielt," erzählt sie schluchzend.
"Nach ein paar Minuten wurde meine Hand taub und plötzlich sah ich, dass meine Schwester verschwunden war."
Ranjani schrie und schrie um Hilfe, aber niemand kam.
Anusuya wurde einige Stunden später in einem 1Kilometer stromaufwärts gelegenen Dorf, das total überschwemmt worden war, tot aufgefunden.
26 andere Personen, hauptsächlich Kinder und ältere Leute, kamen ums Leben.
75 Häuser wurden total zerstört und 265 Familien wurden in der einen oder anderen Weise von der Tsunami Welle betroffen, die Ganagashetikkam traf.
Neben Ganagachettikullam, befindet sich Eternity , eine aurovilianische Strandkommune.
Dort lebt eine wundervolle Familie: Der Vater Yuval ist Israeli, seine Frau Anna kommt aus Holland. Ihre fünf Kinder, alle in Auroville aufgewachsen, sprechen jeder mehrere Sprachen.
Yuval und seine Familie zogen vor 20 Jahren auf dieses öde Stück Land am Strand, auf dem nichts wuchs.
Mit harter Arbeit und Hingabe verwandelten sie es in einen grünen Wald, einen Platz der Schönheit und des Friedens.
Mit viel Sorgfalt bauten sie hauptsächlich aus ortsüblichem Material. Häuser aus Lehm mit Palmyra Blättern und Reet Dächern. Ein einziges, großes Haus ist aus Beton.
An diesem schicksalhaften Morgen des 26.12. hatte Anna eine ihrer Töchter bei sich, Jitta.
Jitta hat zwei Kinder: eine Tochter von zwei Jahren und einen Sohn, gerade mal acht Monate alt.
Wie üblich in Auroville, wo man früh ins Bett geht, wachten alle um 6:00 Uhr auf und trafen sich zum frühenmorgendlichen Tee in der Gemeinschaftsküche.
Um 6:30 Uhr fühlte Yuval die Erde beben und fragte scherzhaft seine Frau, "ob sie auf dem Bett tanze".
Um 8:15 Uhr entschloss sich Jitta, ihren Sohn im Erdgeschoss des Hauses, welches 200 Meter entfernt steht, wieder schlafen zu legen.

Alles sah so friedlich aus und nicht anders als tausend andere Morgen in der Eternity Strandkommune.
Doch plötzlich hörte Anna ein Geräusch, das wie das Stürzen von Wasser klang.
Sie ging nach draußen. "Ich sah diese enorme Welle auf mich zukommen und sofort schoss es mir durch den Kopf: 'Flutwelle' ".
Sie schnappte sich ihre Enkelin, kletterte in den ersten Stock und rief ihrer Tochter zu, in die nahe gelegene Hütte zu laufen und ihren Sohn zu holen.
Als das Wasser schon um sie herumwirbelte, rannte Jitta los, schaffte es noch rechtzeitig, ihren Sohn zu schnappen, bevor er fast schon davon gespült wurde, schrie zu zwei Gästen, die in einer anderen Hütte schliefen - und wohl anderenfalls gestorben wären - und als sie sah, dass es keinen Weg mehr gab, zu ihrer Mutter zu gelangen, rannte sie einem höher gelegenen Gebiet am anderen Ende von Eternity entgegen.
Nach 10 Minuten sahen Yuval and Anna immer noch kein Zeichen von Jitta und ihrem Sohn und dachten, sie seien tot.
“Wir schrieen und schrieen und untersuchten jeden Zentimeter der Kommune, während das Wasser immer noch stieg" erinnert sich Anna schluchzend.
Als die zweite Welle zurückwich, gelang es ihnen, ihre Tochter und ihren Enkel zu finden - lebend!
Yuval und Anna haben heute alles verloren und versuchen mühevoll einige ihrer persönlichen Habseligkeiten zu bergen, dank einer unglaublichen Welle der Solidarität unter den Aurovilianern und einer Menge Hilfe des nahen Dorfes.
“Ich habe so viel Arbeit in dieses Land investiert und Gott nahm alles zurück, aber er verschonte unser Leben und das ist ein Wunder”, sagt Anna.
Aber wie die Einwohner von Ganagachettikullam wurden ihre Leben zerstört und Anna bricht immer noch von Zeit zu Zeit zusammen, wenn sie sich an die Zeit erinnert, als sie dachte, ihre Tochter und Enkel wären tot, fortgerissen von der furchtbaren Tsunami Welle.

Am vierten Tag wurde es den Aurovilianern klar , dass sie von unmittelbaren Unterstützungsmassnahmen zu Langzeitlösungen für die betroffenen Dörfer übergehen mussten.
Hemant und Jos wurden als Hauptkoordinatoren ausgewählt.
Büro und Administration werden von Serge, Pauline, Renu, Paul Pinton, Hans, Julietta und Deep übernommen.
Finanzielles Management wird koordiniert von Divya, Rathinam und Alain Bernard.
Kommunikation: Francois Gautier, Mauna, Annemarie, Renu, Claude Arpi.
Bezugsquellen und Einkauf: Mani, Sid, Boomi und Hari.
Dörfer Koordination: Suryagandhi, Moris, Paul VC, Rathinam, Gino, Auroson, Anbu, Karuna, Francois G, Ponnuswami, Selvaraj, Peter CS, Laura, Alok.
Auroville Koordination: Dhanapal, Francis, Rolf, Bunty, Ashatit.
Regierungs-Liaison: Selvaraj, Paul Vincent und das Auroville Working Committee.
Ein mit Computern, Telefonen und Internet ausgestattetes Büro wurde eingerichtet, das auch genügend Stauraum für Güter für die nächste Phase der Wiederaufbau bietet.
Zwei Teams der Dörfer Koordinationsgruppe gingen zur ersten Einschätzung des Schadens in die neun Küstendörfer rings um Auroville im Villupuram Distrikt.
Es wurde festgestellt, dass insgesamt ca. fünfhundert Häuser zerstört und 62 Tote registriert wurden.
Es wurde außerdem klar, dass die erste Basishilfe - Reis, Kleidung und 2000Rs in bar - bereits von der Regierung gegeben wurde.
Was die Leute nun brauchen, ist ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen.
Die meister der Dörfler wollen Haushaltsgegenstände, Stahltruhen, Kleidung, Decken und Notizhefte für die Schulkinder.
Die längerfristigen Sorgen sind Unterkunft und Fischernetze und Boote für den Lebensunterhalt.
Suryagandhi berichtet, wie dankbar die Leute Auroville gegenüber sind für die rechtzeitige Hilfe im Augenblick der Krise.
Die nächsten Schritte sind die Erstellung einer Datenbank für die Bedürfnisse aller betroffenen Familien und das Aufstellen eines Verteilungssystems.
All dies braucht eine Menge an Arbeitskraft, Material und Geld.

Transparenz wurde durch die Bildung eines Abrechnungsteams gewährleistet und die Weiterleitung der Fonds durch zwei neu eingerichtete Konten in der existierenden finanziellen Infrastruktur Aurovilles, welche Steuervergütung und ausländische Spendenvergünstigungen mit 80G (siehe unten) bieten.
“Was wir brauchen" sagte ein Mitglied des Teams, "sind mehr Fonds als Warengüter, speziell aus dem Westen, denn wie es sich in der Vergangenheit gezeigt hat, kann Getreide in Kellern verrotten, lange bevor es verteilt wird und da die meisten Dörfler Feuerholz zum Kochen benutzen, sind westliche Nahrung und Gebrauchsgegenstände oftmals nicht angemessen.

Nichtsdestoweniger, Decken, Zelte und Truhen sind willkommen”.
Ein anderes Mitglied des Auroville Wiederaufbauteams betont: “dass dies eine Katastrophe mit unvergleichlichen Ausmaßen ist, speziell nach der Warnung am Mittag des 30.Dezembers, die wieder tausende von Menschen der Küstenregion Tamil Nadus in höher gelegene und sichere Gebiete schickte.
Wir laden die Weltbevölkerung ein, ihre großzügige Unterstützung auszudehnen, um die durch den Zorn der Natur zerstörten Leben wieder aufzubauen”.
Und er fügt hinzu: “wenn wir genügend Fonds erhalten, werden wir uns nicht nur um den Wiederaufbau der 12 Küstendörfer kümmern, für die wir die Verantwortung übernommen haben, sondern wir werden auch all jene Dörfer bis nach Marakkanam (40 km nördlich von Pondicherry) mit einschließen!”

Und was können Sie tun, um zu helfen?

Ihre Unterstützung und Spende ist mehr als willkommen.
Selbst wenn sie klein ist, wird sie in den gegenwärtigen, tragischen Umständen helfen.

1. Aus Indien

Spenden aus Indien können in Form von Zahlungsanweisung oder Scheck im Namen des Auroville Fonds "Tsunami Relief" kommen
oder überwiesen werden an die State Bank of India Auroville Township,
Kuilapalayam Auroville
605101 TN India
Zweigstellen Code - 03160,
Konto - Auroville Fund,
Nummer – 01000013310,
Beschreibung: "Tsunami Relief"

Bitte beachten sie , dass indische Spender um eine Steuerbefreiung unter Sektion 80G des Einkommensteuergesetzes bieten können.

2. Vom Ausland

 

A. Online Spenden

Sichere Online Transaktionen über AVI USA
http://aviusa.org/donations_donatenow.html

Sichere Online Transaktionen über AVI UK
http://www.aviuk.org/fundraising.htm


B. Mit normaler Post können Zahlungsanweisungen oder Schecks


geschickt werden an Auroville Tsunami Relief

AUROVILLE TSUNAMI RELIEF
Aurelec
Prayogshala
AUROVILLE
T.N. 605101
INDIA

C. Mit Banküberweisung durch SWIFT:


STATE BANK OF INDIA AUROVILLE TOWNSHIP ,
Zweigstellen Code - 03160
Swift Code - SBININBB474
Konto - AUROVILLE FUND
Kontonummer - 01000060095
Beschreibung: "Tsunami Relief"

D. Sie können auch über ihre lokalen AVI Zentren in ihrem Land spenden und Steuerbefreiung erhalten.

***Unter Details spezifizieren Sie bitte, ob Sie die Spenden richten wollen an Village Relief Work (Dorfhilfsmassnahmen) oder Auroville Beaches Relief (Auroville Strandkommunen Hilfe).
***Sie können auch eine prozentuale Verteilung angeben
***Wir raten Ihnen, uns eine E-Mail zu senden, um uns über Ihre Transaktion zu informieren.

Bitte seien Sie großzügig in dieser großen Krise.

Für weitere Informationen, kontaktieren Sie bitte:
tsunami@auroville.org.in

Auroville Tsunami Relief
Opposite Aurelec, Kuilapalayam
Auroville - 605101
Tamil Nadu - India
Phone: (91) 0413 2622184
Hemant: 944 3222749
Renu: 936 7601588